Fallstudien in Zeiten generativer KI: Szenariobasierte Lernumgebungen durch Multi-Agenten-Systeme

Von der Akademie für Lehrentwicklung (ALe) gefördertes Projekt: Mit KI-Agenten zu lebendigeren Lernszenarien

Vortrag

Foto: kherrmann auf Pixabay
Vortrag

Generative KI verändert die Hochschullehre rasant und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten, bewährte Lehrmethoden weiterzuentwickeln. Genau hier setzt ein neues Projekt von Prof. Dr. Michael Wessel an. Die Fallstudienmethode fördert in der betriebswirtschaftlichen Hochschulbildung gezielt Entscheidungskompetenz, Perspektivenübernahme und kritische Reflexion. Ihre Bedeutung wächst, da durch die zunehmende Automatisierung klassische Einstiegspositionen wegfallen, in denen Berufseinsteigende solche Kompetenzen bislang schrittweise entwickelt haben.


Das Projekt macht generative KI gezielt zum Werkzeug für besseres Lernen. Ziel ist die Entwicklung eines KI-basierten Multi-Agenten-Systems, das klassische Fallstudien in dynamisches, szenariobasiertes Lernen überführt. Die KI-Agenten verkörpern dabei die Perspektiven und Interessen unterschiedlicher Stakeholder, etwa von Mitarbeitenden und Managern. Studierende müssen ihre Lösungsvorschläge gegenüber den Agenten begründen, Kompromisse zwischen widersprüchlichen Interessen aushandeln und mit Unsicherheit umgehen. So wird generative KI vom Abkürzungswerkzeug zum interaktiven Sparringspartner, der eigenständiges Denken fördert und die Fallstudienarbeit praxisnäher gestaltet.


Das Vorhaben gehört zu den zehn Projekten, die das Expertengremium der Akademie für Lehrentwicklung (ALe) aus mehr als 25 eingegangenen Anträgen für eine Förderung ausgewählt hat. Die geförderten Projekte leisten auf unterschiedliche Weise einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Lehre, etwa indem sie Transferprozesse fördern oder interdisziplinäre Perspektiven eröffnen.


Link:https://www.uni-jena.de/81455/innovation-in-der-lehre