Geld 2

Drittmittelprojekte

Ausgewählte Drittmittelprojekte der Fakultät
Geld 2
Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)
Das Erbe des DDR-Innovationssystems in den ostdeutschen Regionen (Prof. Dr. Fritsch & PD Dr. Wyrwich) Eintrag erweitern

gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Projekt analysiert die langfristigen Folgen des Sozialismus und der Transformation Ostdeutschlands nach der Deutschen Vereinigung für die Innovationsaktivitäten in den Regionen der Neuen Länder. Dabei werden sowohl Vergleiche zwischen Ost- und Westdeutschland als auch zwischen Ostdeutschland und anderen ehemals sozialistischen Ländern Mittel- und Osteuropas angestellt. Das Ziel besteht darin zu klären, inwieweit die Innovationsschwäche der ostdeutschen Regionen über die bereits aus der Literatur bekannten reinen Strukturmerkmale hinaus auf ein institutionelles Erbe des Sozialismus (und der Zeit davor) zurückzuführen sind. Zur Durchführung dieser empirischen Analysen wird eine Datenbank mit Indikatoren und Informationen zur technologischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Regionen aufgebaut. Dabei besteht eine wesentliche Aufgabe in der Erschließung historischer Daten zum Innovationsverhalten und zu damit zusammenhängenden Faktoren während der DDR-Zeit und der Zeit davor.

Das Projekt ist Teil eines Verbundprojekts mit dem Titel „Modernisierungsblockaden in Wirtschaft und Wissenschaft der DDR Entstehung und Folgen im innerdeutschen Vergleich und im Vergleich mit Nachbarländern in Ostmitteleuropa (Akronym: Mod-Block-DDR, Koordinator: Universität Bremen; Weitere Verbundpartner: TU Berlin; Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder). Das wissenschaftliche Arbeitsziel des Verbunds besteht darin, die staatssozialistischen Modernisierungsblockaden in Wirtschaft und Wissenschaft der DDR zu identifizieren, ihre Wirkungen auf die vergangene realwirtschaftliche Entwicklung zu analysieren und ihren bis heute andauernden Einfluss auf die sozio-ökonomischen Disparitäten zwischen den Alten und den Neuen Bundesländern aufzuzeigen.

Laufzeit: 01.12.2018 – 30.11.2022

Design-Based Research (Prof. Dr. Frehe-Halliwell) Eintrag erweitern

Design-Based Research als methodologischer Rahmen in der Bildungsforschung

Seit April 2021 besteht das wissenschaftliche Netzwerk Design-Based Research (DBR), das drei Jahre lang von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. „Das DBR-Netzwerk nutzt die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus fachdidaktischer Forschung, Berufsbildungsforschung und Hochschulbildungsforschung, um DBR in der Bildungswissenschaft zu verankern und die wissenschaftstheoretische Fundierung von DBR auszubauen“ (Gabi Reinmann).

In einem ersten Workshop haben sich die Mitglieder des Netzwerks – darunter Frau Prof. Dr. Petra Frehe-Halliwell vom Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik der FSU Jena –  über die verschiedenen Perspektiven in der Gruppe ausgetauscht und zunächst über die Themen „relevante Forschungsfragen für DBR“ sowie „die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis“ deliberiert.

Über aktuelle Entwicklungen im DBR-Netzwerk wird auf dem Netzwerk-Blog der Universität Hamburg berichtet.

DFG-Forschungsnetzwerk zu designbasierter Forschung

In 2021 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Forschungsnetzwerk zum Thema "Design-Based Research als methodologischer Rahmen in der Bildungsforschung (DBR-Netzwerk)" über drei Jahre.

Unter Leitung der Hamburger Bildungswissenschaftlerin Prof. Dr. Gabi Reinmann konnte eine interdisziplinäre Gruppe von Bildungsforscher*innen aus 12 Hochschulen die Gutachter*innen der DFG für die Etablierung eines wissenschaftlichen Netzwerks zur gestaltungsbasierten Bildungsforschung überzeugen.

Prof. Dr. Petra Frehe-Halliwell, Mitglied dieses Forschungsnetzwerkes, freut sich sehr über die Bewilligung: „Das Forschungsnetzwerk rückt designbasierte Forschung in der deutschen (Berufs-)Bildungsforschung weiter in den Vordergrund. Gleichzeitig biete es die Chance der methodologischen und methodischen Schärfung und Ausdifferenzierung. Ich freue mich sehr, dass wir am Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik der Friedrich-Schiller-Universität Jena einen Beitrag dazu leisten dürfen.“

Das Erkenntnisinteresse designbasierter Forschung orientiert sich an genuin didaktischen Fragestellungen. Erkenntnisse werden über die Entwicklung oder Gestaltung von didaktischen Interventionen (Prototypen), die in Praxiskontexten zyklisch implementiert, evaluiert und einem Re-Design unterzogen werden, gewonnen. Ziel von DBR ist es, didaktische Interventionen zu entwickeln, die in der (Bildungs-) Praxis nachhaltig implementiert werden können. Designbasierte Forschung gründet auf die Kooperation zwischen Akteuren aus Wissenschaft und (Berufs-)Bildungspraxis in allen Phasen des Forschungs- und Entwicklungsprozesses.

Ansätze zur designbasierten Forschung wurden in den USA bereits vor rund 20 Jahren entwickelt. Mit der Einwerbung eines Forschungsnetzwerks bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ist es erstmals gelungen, einen Rahmen zu schaffen, um die gestaltungsbasierte Forschung in den Bildungswissenschaften systematisch zu etablieren.

EXIST-Projekt „Gamehub“ (JProf. Dr. Matthias Menter) Eintrag erweitern

Förderer: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Die Probleme der heutigen Spieleindustrie bestehen in zahlreichen Marktbarrieren, wie u.a. intransparenten Abrechnungsmodellen und hohen Vertriebs- und Marketingkosten. Das Projekt Gamehub hat das Ziel diese Barrieren zu überwinden und durch transparente und faire Preismodelle jedem Spieleentwickler die Möglichkeit zu geben sich auf einem globalen Markt zu positionieren und gleichzeitig eine Community aufzubauen. Es werden die Kosten nachhaltig reduziert und damit die Margen für Entwickler erhöht. Außerdem werden durch ein soziales Netzwerk neue Synergie-Effekte und größere Reichweiten für Indie-Entwickler geschaffen. Das Volumen des deutschen Marktes beträgt aktuell 3,88 Mrd EUR mit 20 Mio. Spielern. Der europäische Markt liegt bei 24 Mrd. mit 294 Millionen Spielern. Weltweit sprechen wir von einem Marktpotenzial von 167 Mrd. mit 3 Mrd. Spielern. Für diesen Markt bieten wir Prozess- und Produktinnovationen an und fordern damit langfristig die etablierten Player heraus.

Gamehub wird die erste Plattform für Spieler und Entwickler von PC-Spielen aus Deutschland für Kunden weltweit. Sie bietet Spielern eine einzigartige Community-Experience inkl. der Vernetzung zu Entwicklern. Diese werden durch die Vereinfachung von Entwicklungs- und Veröffentlichungsprozessen unterstützt.

Laufzeit: 01.05.2021 bis 30.04.2022

Formation und Wandel von Issue Fields: Eine Längsschnittuntersuchung am Beispiel der Digitalisierung in Deutschland (Dr. Goldenstein & Dr. Poschmann) Eintrag erweitern

Finanziert von der DFG

Die neo-institutionalistische Organisationstheorie hat bislang vernachlässigt, die Prozesse der Formation und des Wandels von Issue Fields tiefgreifend zu untersuchen. Es unterbleibt weitgehend, wie es die Theorie eigentlich vorsähe, Felder als soziale Sphären aufzufassen, in denen Organisationen und Organisationsgruppen geteilte Bedeutungen, d.h. ein relationales Sinnsystem, konstruieren. Im vorliegenden Forschungsprojekt sollen deshalb die impliziten Feldprozesse fokussiert werden. Implizite Feldprozesse in Issue Fields meinen, dass sich Organisationen an bereits kommunizierten Bedeutun-gen orientieren und diese in ihre eigenen kommunizierten Bedeutungen einfließen lassen. Konkret werden in diesem Projekt die Entwicklungspfade von Issue Fields über die Zeit, die Interdependenz des Feldes mit seiner gesellschaftlichen Umwelt, sowie der Einfluss der spezifischen Feldformation und der am Feld teilnehmenden Organisationen zu bestimmten Zeitpunkten berücksichtigt. Die Fokussierung impliziter Feldprozesse ist deshalb bedeutsam, weil besonders diesen evolutionär-sozialen Entwicklungen ein signifikanter Anteil am Wandel einer Gesellschaft zugeschrieben wird. Als Untersuchungsobjekt wird das Issue Field, welches sich um das Thema der „Digitalisierung“ der Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland formiert, empirisch untersucht. Methodisch wird ein Mixed-Method-Ansatz genutzt, der eine quantitative, (computer-)linguistisch gestützte Analyse und flankierendes „close reading“ zur Untersuchung von Sprachdaten aus der Bundesrepublik Deutschland im Längs-schnitt (2000-2018) kombiniert. Als Datengrundlage werden Presseerzeugnissen sowie Organisations-veröffentlichungen herangezogen. Die beantragte Studie zielt darauf, Implikationen sowohl für die Feldtheorie des Neo-Institutionalismus, als auch den wissenschaftlichen Diskurs über die Digitalisierung abzuleiten.

Laufzeit: bis 12/2023

Freiheitsräume und Freiheitssicherung im digitalen Staat (Prof. Dr. Ruhland) Eintrag erweitern

LIBERTY - Freiheitsräume und Freiheitssicherung im digitalen Staat

Aus der Sicht der Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik bieten sich technologische Megatrends wie die Blockchain Technologien (alias: public ledger technologies, kurz PLT) und die des machine learning (ML) als fruchtbare Forschungsgelder an.

Im Rahmen der PLT und der darauf aufgesattelten Kryptowährungen werden beispielsweise die Möglichkeiten kolportiert, internationale Überweisungen sekundenschnell und unter Umgehung aller Devisenbewirtschaftungsrichtlinien durchzuführen. Die Schaffung „grenzenloser“ Freiheit erscheint vor dem Hintergrund der Umgehung von Kontrollregimen der Zentralbanken und Regierungen weder machbar noch wünschenswert und bietet Verknüpfungen zum politikwissenschaftlichem Feld. Durch PLT ergeben sich auch neue Freiheitsräume durch sogenannte smart contracts, an denen überdies auch der Staat beteiligt sein kann und der diese darüber hinaus durch seine Rechtsordnung ausgestalten muss.

Aus dem Rahmen der relevanten ML-Verfahren sei nur das Feld der systematischen Beeinflussung des Meinungsbildungsprozesses in sozialen Medien herausgegriffen, insbesondere durch „troll factories“ und entsprechende Internet-Beiträge. Die automatisierte Identifikation derartiger Beiträge wird auch unter Heranziehung sekundärer Kriterien immer schwieriger. Zu untersuchen wäre, ob die Beiträge nicht in Isolation, sondern aus dem Vergleich vieler Beiträge – auch über soziale Medien hinweg – zu entdecken sind. Parallel wird man erörtern müssen, wie unsere Gesellschaft künftig mit dem Fakt einer anhaltenden Überschwemmung mit „fake news“ und „fake opinions“ umgeht.

Laufzeit: 3 Jahre (2020 - 2023)

InDUI - Innovationsindikatorik für den Doing-Using-Interacting-Mode von KMU, Teilprojekt: Tiefenanalyse der DUI Modus auf der Mikroebene - Unternehmer und Schlüsselpersonal (Prof. Dr. Cantner) Eintrag erweitern

Vom BMBF gefördert

Das Projekt InDUI präzisiert die empirische Erfassung von DUI-Innovationsaktivitäten. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf kleinen und mittelständischen Unterneh-men (KMU), da kleinere Unternehmen ihre technologischen und nicht-technologischen Innovationen häufig mit nur geringen Anteilen oder gänzlich ohne eigene, formale FuE hervorbringen. Ein jüngst vorgenommener Ländervergleich zeigt, dass im deutschen KMU-Sektor die Konzentration auf diese Art der Innovationtätigkeit besonders stark ausgeprägt ist. Das Ziel von InDUI ist es daher, ein Indikatorenset zu entwickeln, das den Innovationsoutput von solchen Unternehmen und regionalen Innovationssystemen messbar macht, die besonders stark durch den DUI-Modus charakterisiert sind. Dabei werden die den DUI-Innovationen zugrunde liegenden Lernprozesse und Verhaltensmuster, wie sie aus den Felddaten erkennbar sind, im ökonomischen Experiment abgebildet und unter kontrollierten Laborbedingungen untersucht. Dieser methodische Zugang erlaubt es, zentrale Verhaltenskomponenten zu identifizieren und die verhaltensökonomischen und psychologischen Mechanismen hinter DUI-Innovationsprozessen von Individuen, Unternehmen und ganzen Innovationsregionen zu erklären. Nach Abschluss der initialen Entwicklung des Indikatorensets folgt die Phase der erstmaligen praktischen Indikatorenanwendung innerhalb der drei Reallabore Südniedersachsen, der Region Hannover und der Impulsregion Erfurt/Weimar/Jena. Die Transferphase beinhaltet eine breite, adressatenspezifische Kommunikation der Projektergebnisse. Dies beinhaltet insbesondere die wissenschaftliche Innovationsforschung, die Praxispartner aus den Reallaboren, sowie Praktiker der Innovationspolitik.

Laufzeit: 10/2017 bis 03/2021

Koordination von Angebot und Nachfrage in der Sharing Economy (Prof. Dr. Boysen) Eintrag erweitern

Förderer: DFG

In der sogenannten Sharing Economy ist das zentrale operative Entscheidungs- oder Optimierungsproblem die Zuordnung von Ressourcen zu Nachfragen. Ressourcen sowie Nachfragen nach ihnen können dabei vieldimensional sein, sodass höchstindividuelle Anfragen gestellt werden. Als Beispiel sei hier die Nachfrage nach einem Parkplatz in einem bestimmten Zeitfenster genannt. Selbst wenn wir uns auf die zwei Dimensionen Ort und Zeitfenster beschränken, werden die meisten Anfragen sich unterscheiden. Dennoch sind diese Anfragen natürlich nicht unabhängig voneinander. Die meisten Plattformen ermöglichen, Anfragen elektronisch zu stellen (die meisten beschränken sich sogar darauf), sodass Daten für eine automatische Entscheidungsunterstützung vorliegen. Häufig beschränkt sich die Zuordnung von Ressourcen zu Nachfragen allerdings auf listenbasierte Mechanismen. Dabei wird für die Nachfragen in der Reihenfolge ihrer Eintreffen entschieden, ob sie befriedigt werden und welche Ressource ihnen zugeordnet wird. Die Kombinatorik, die sich durch mehrere simultan vorliegende Anfragen ergibt, wird dabei ignoriert, da die Entscheidung immer nur für eine einzige Anfrage getroffen wird. Dies führt i. d. R. zu einer suboptimalen Zuordnung, in denen weniger Nachfragen als möglich befriedigt werden. In Rahmen dieses Projekts soll die Verwendung von deterministischen Optimierungsansätze, eingebettet in ein Verfahren der rollierenden Planung wie aus der Produktionsplanung bekannt, untersucht werden. Bei der rollierenden Planung werden für einige Zeit eingehende Anfragen gesammelt und über diese dann simultan entschieden. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass wir die Kombinatorik mehrerer Nachfragen berücksichtigen können. Die Herausforderung liegt u.a. in der Komplexität des Zuordnungsproblems. In einem ersten Schritt werden weitere Einflüsse ausgeblendet. Wir werden dann zunächst die deterministischen Optimierungsprobleme analysieren und basierend auf den so erzielten Erkenntnissen geeignete Optimierungsansätze entwickeln. Die so konzipierten Ansätze der rollierenden Planung werden dann mit dem Status-Quo der listenbasierten Ansätze verglichen. Im nächsten Schritt werden dann weitere Einflüsse in die Betrachtung aufgenommen. So gilt es, die Zuordnung möglichst robust zu gestalten, um sie gegen Unsicherheit in der Umwelt oder egoistisches Handeln der Nachfrager abzusichern. Dafür müssen die zuvor entwickelten Ansätze angepasst bzw. erweitert werden. Hier wird es absehbar einen Trade-off zwischen Robustheit und Effizienz der Zuordnung geben, der ebenfalls untersucht werden soll. Abschließend sollen, u.a. in enger Abstimmung mit unserem Praxispartner, die entwickelten generischen Konzepte auf verschiedene konkrete Anwendungsfälle abgestimmt werden. Dabei ergeben sich absehbar für die Anwendungsfälle zusätzliche Anforderungen, denen die generischen Konzepte nicht Rechnung tragen. Letztere sind dann wiederum anzupassen bzw. zu erweitern und zu bewerten.

Kooperation mit: Prof. Dr. Dirk Briskorn (Bergische Universität Wuppertal)

Laufzeit: 2019-2022

Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem: Akteuerkonstitution, Handlungskoordination und Folgewirkungen (Prof. Dr. Cantner) Eintrag erweitern

Gefördert von der DFG

Das geplante Vorhaben entwickelt ein formales Modell zur Dynamik des multiplen Wettbewerbs im Hochschulsystem, das aus der dynamischen Industrieökonomik (industrial dynamics) entnommen und an die Gegebenheiten des (im Wesentlichen öffentlichen) Hochschulsektors angepasst wird. Aus diesem Modell werden Hypothesen über Dynamiken mit Blick auf die Position und Konstitution von Wettbewerbsakteuren abgeleitet und empirisch überprüft. Dabei kommen Methoden der Effizienz- und Produktivitätsanalyse zum Einsatz, die es erlauben, die Leistungsfähigkeit von Hochschulen über Produktivitätsmaße zu erfassen, den multiplen Wettbewerb der Hochschulen zu bemessen und im Zeitablauf zu analysieren – vor dem Hintergrund sowohl hochschulpolitischer Maßnahmen als auch im Kontext von Yardstick-Wettbewerbskonzepten.

Teilprojekt A2 "(Autonome) Hochschulen im dynamischen Wettbewerb",  zusammen mit Prof. Dr. Thomas Grebel von der TU Ilmena

Laufzeit 02/2021 bis 01/2024

Öffentliche Interessen vs. private Verfügungsrechte. Eigentumsstrukturen von Organisationen des öffentlichen Interesses (Prof. Dr. Geppert) Eintrag erweitern

Finanziert von der DFG

Teilprojekt im Rahmen des SFB-Transregio 294, mit dem Titel "Strukturwandel des Eigentums"

Who owns football?“ – Die Rolle mächtiger Anspruchsgruppen und nationaler Institutionen im Wandel von Eigentumsstrukturen des europäischen Fußballs

Prof. Dr. Mike Geppert und Kenny Böswetter erforschen in einem Teilprojekt im Rahmen des neuen SFB-Transregio 294 den Wandel von Eigentumsstrukturen in Fußballclubs und dessen Wirkungen

Seit etlichen Jahren gibt es in der Eigentumsforschung eine intensive Debatte über die Frage „who owns football?“. Offen bleibt eine systematische international-vergleichende Untersuchung des Wandels von Eigentumsstrukturen und Verfügungsrechten im europäischen Fußball, basierend auf sozioökonomischen Annahmen. Ausgehend von einem solchen Ansatz rücken gesellschaftspolitisch relevante Fragestellung in den Vordergrund, d.h. ob und warum der Fußball ein „öffentliches Gut“ ist? Wie und unter welchen Bedingungen kann ein sportlich fairer, global vernetzter und lokal verwurzelter Wettbewerb im Fußball gewährleistet werden?

Welche Interessen haben wichtige Anspruchsgruppen in Wirtschaft und Gesellschaft daran und wie bringen sie diese, mit welcher Wirkung, zum Ausdruck? Welche Stakeholder (Fans, Vereinsmitglieder, Politiker, Vertreter von Verbänden und Medien, etc.) werden wie in Entscheidungsfindungen einbezogen, wenn es um sportliche Fairness aber auch soziale Verantwortung geht?

Der Kampf um das „öffentliche Gut“ Fußball und die spezifische Rolle des Eigentums muss somit als konflikthafter politischer Aushandlungsprozess verstanden werden, wie gerade die gegenwärtige Diskussion zur „Sonderbehandlung“ von europäischen Spitzenclubs und -ligen in Pandemiezeiten zeigt. Es stellt sich die Frage: Warum darf der Profifußball weiterspielen und somit weiterhin Geld verdienen, während andere im öffentlichen Interesse stehende Organisationen, wie Kulturschaffende, oder selbst nichtprofessionelle Sportvereine über Monate geschlossen bleiben?

Was sind die theoretisch-konzeptionellen Grundlagen?

Auf Basis neuerer institutionalistischer Ansätze soll zum einen eine akteurszentrierte Perspektive in die fußballbezogene Eigentumsdebatte eingebracht werden, um zu untersuchen, wie konkret gesellschaftsspezifische Institutionensysteme bestimmend auf nationale Eigentumsordnungen und -strukturen wirken. Zum anderen sollen Veränderungen von Interessen wichtiger Anspruchsgruppen und deren Teilhabe an Eigentumsstrukturen in den europäischen Fußballligen analysiert werden.

Wie wollen wir empirisch vorgehen?

Ausgehend von der Beobachtung zunehmender Kommerzialisierung, Internationalisierung und Professionalisierung, soll in einem ersten quantitativen Teil untersucht werden, wie sich der europäische Fußball dem Privateigentum global geöffnet hat und wie damit gewisse transnationale Standards einhergehen, die in verschiedenen nationalen Kontexten unterschiedlich interpretiert werden.

In einem zweiten qualitativen Teil ist ein Fallstudien-basierter Vergleich von ausgewählten Clubs in der englischen Premier League und in der deutschen Bundesliga geplant, um näher verstehen zu können, welche konkreten Akteure ihre Interessen machtvoll ausüben können.   

Laufzeit: 01/2021 bis 12/2024

Potentiale und Hemmnisse des Erkenntis- und Technologietransfers im Thüringer Innovationssystem (Prof. Dr. Cantner) Eintrag erweitern

Gefördert vom Land Thüringen über das Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, anhand des Reallabors Thüringen Transferprozesse zu erforschen. Die Erkenntnisse sollen weiterhin genutzt werden um empirisch validierte Politikempfehlungen abzuleiten, die es ermöglichen, Erfolge weiter auszubauen und bestehende Defizite im Technologietransfer zu reduzieren. Dazu werden entlang des Erkenntnis- und Technologietransferprozesses Analysen durchgeführt, die es erlauben, Treiber und Hemmnisse zu identifizieren, Lösungsansätze aufzuzeigen und insgesamt den Dialog bezüglich der gesellschaftlichen und kommerziellen Verwertung von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu steigern.

Laufzeit: 08/2018 bis 12/2020

SeiP - Selbstinszenierung als Weg zu Selbstbestimmung und Teilhabe (Prof. Dr. Frehe-Halliwell) Eintrag erweitern

SeiP - Selbstinszenierung als Weg zu Selbstbestimmung und Teilhabe

Zu Jahresbeginn 2022 startete das interdisziplinäre Verbundprojekt der Universität Paderborn (Prof. Dr. H.-Hugo Kremer und Prof. Dr. Désirée Laubenstein) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Prof. Dr. Petra Frehe-Halliwell). Das neue Forschungsvorhaben fokussiert die Kompetenzfeststellung von Jugendlichen mit Benachteiligungen und/oder Behinderungen am Übergang von Schule und Beruf. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Inklusive Bildung“ über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert.

„SeiP: Selbstinszenierungspraktiken – Zugänge zu einer selbstbestimmten, multimodalen Kompetenzfeststellung für Jugendliche mit Benachteiligungen/Behinderungen“ – so der Projekttitel – legt den Schwerpunkt auf eine förderorientierte Kompetenzerfassung, die stärken- bzw. ressourcenorientiert ausgerichtet und in den Alltag des Bildungspersonals integriert werden soll. Prof. H.-Hugo Kremer erklärt: „Wir rücken die Prinzipien Selbststeuerung und Selbstbestimmung ins Zentrum. Multimodale, das heißt insbesondere offene und kreative Selbstdarstellungs- und Erhebungsformate eröffnen den Jugendlichen Möglichkeiten, ihre Stärken zu ergründen und sichtbar zu machen. Die Kompetenzerfassung wird damit selbst zum Entwicklungs- bzw. Lernprozess.“ Prof. Frehe-Halliwell freut sich auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit: „Ich sehe ein besonderes Potenzial in der Zusammenführung einer wirtschafts- und berufspädagogischen Perspektive einerseits und einer sonderpädagogischen Perspektive andererseits.“

Lehrende und betriebliche Akteure werden bei der Dokumentation, Rezeption und Nutzung der Ergebnisse über ein integriertes Weiterbildungsformat unterstützt. Es geht um die sinnvolle Einbindung der Selbstinszenierungsformate in Lern- und Entwicklungsprozesse sowie ihre prototypische Aufarbeitung für Prozesse des Übergangs in Arbeit, Beruf und Ausbildung. „Das Projekt stärkt damit die Einbindung und Teilhabe in Arbeitswelt und Gesellschaft“ so Prof. Désirée Laubenstein.

Ansprechpersonen zum Teilprojekt am Standort Jena: 
Frau Prof. Dr. Petra Frehe Halliwell (Lehrstuhlinhaberin)
Herr Dr. Tobias Geisler

Über weitere Entwicklungen des Verbundvorhabens wird auf der offiziellen Seite der Universität Paderborn berichtet. 

Laufzeit: 01.01.2022 - 31.12.2024

Smart Multi-Use Logistik (SML) (Prof. Dr. Boysen & Prof. Dr.Scholl) Eintrag erweitern

Förderer: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Wie viele andere Logistikzweige erlebt auch die Paketlogistik seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Sendungsmengen. Mit aktuell über 3,65 Milliarden Sendungen allein in Deutschland stellt das rasante Wachstum vor allem die Kurier-, Express- und Paketbranche in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen. Im Gegensatz dazu kämpft die Medienlogistik wegen der stetigen Auflagenverluste mit enormen Kostensteigerungen in der Zustellung und verfügt selbst über eine erhebliche Anzahl an Fahrzeugen und Zustellern. Ziel im Forschungsvorhaben ist die digitale Unterstützung der Kooperation dieser Logistikbranchen. Sie verspricht eine Lösung bei den aktuellen Herausforderungen, erfordert aber zugleich eine durchgängige Digitalisierung und Standardisierung innerhalb und über Unternehmensgrenzen hinweg. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen bei allen Kooperationspartnern und gebündelte Hauptläufe sorgen zusätzlich für eine deutlich verbesserte Umweltbilanz. Für mehr Information siehe https://sml.smartcitylogistik.de/.

Konsortium: u.a. UPS, Funke Logistik und DAKO

Laufzeit: 2020-2023

Technologische Räume - Evolution, Potentiale und Politische Implikationen - TechSpace; Teilvorhaben: RIS3 Implikationen (Prof. Dr. Cantner) Eintrag erweitern

Vom BMBF gefördert

Das Projekt hat drei Schwerpunkte: Erstens präsentiert es das Konzept der Technologieräume als neuen empirischen Ansatz zur Analyse langfristiger Technologieentwicklungen. Dazu wird im Projekt eine Reihe von Indikatoren zur Evaluation dieser Entwicklungen erarbeitet, die insbesondere der Radikalität neuer Innovationen und Technologien Beachtung schenken. Zweitens werden die erarbeiteten Indikatoren zur Identifikation der Treiber dieser Entwicklungen (mit besonderer Berücksichtigung der Technologiepolitik) genutzt. Drittens widmet sich das Projekt der Frage, welche politischen Implikationen sich aus der (pfadabhängigen) Technologieentwicklung ergeben durch exemplarische Untersuchungen zur Bedeutung und Einbettung sogenannter Basistechnologien und der Entwicklung sowie Bewertung regionaler Smart-Specialization-Strategien. Eingebettet in einen innovations-, regional- und evolutionsökonomischen Rahmen basiert das methodische Vorgehen zwar auf Patentdaten, allerdings werden aufbauend auf dem neuen Ansatz der Technologieräume für diese neuen Indikatoren entwickelt und in ihrer Anwendung getestet. Zum Einsatz kommt ein Methodenmix aus deskriptiven Statistiken, netzwerkanalytischen Methoden, multivariaten Verfahren, qualitativen Fallstudien bis hin zur Entwicklung eines Software-Programms. Mit Hilfe des Projekts werden sowohl neue Erkenntnisse entwickelt, die die wissenschaftliche Diskussion weiter vorantreiben können (z. B. durch Entstehung radikaler Veränderungen) als auch politische und gesellschaftliche Implikationen besitzen (z. B. zur Wirkung von spezifischen Förderansätzen und der Entwicklung von Diversifizierungsstrategien).

Laufzeit: 01/2018 bis 09/2021

Verständnis und Haltungen zur Altersvorsorge in Deutschland: Ausprägungen und Auswirkungen auf vorsorgebezogenes Verhalten (VHAlt) (Prof. Dr. Übelmesser) Eintrag erweitern

Gefördert durch das Fördernetzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Der demographische Wandel hat Auswirkungen auf die Tragfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung. Dies stellt einerseits eine Herausforderung für sozialpolitische Entscheidungsträger dar, da sie die erforderlichen Anpassungen adäquat kommunizieren und die Betroffenen von deren Sinnhaftigkeit überzeugen müssen. Andererseits gehen die Entwicklungen mit steigenden Anforderungen an die Erwerbsbevölkerung einher, denn die daraus resultierende stärkere Selbstverantwortung bei der Altersvorsorge erfolgt in einem Umfeld zunehmender Unsicherheit. Zur Lösung dieser Problematik wird u.a. eine Verbesserung der finanziellen Allgemeinbildung, der so genannten Financial Literacy, gefordert.

Das Projekt verfolgt ein wissenschaftliches wie auch ein praktisches Erkenntnisinteresse. Es sollen grundlegende Erkenntnisse über die Ausprägungen, Determinanten und Konsequenzen des in der Bevölkerung in Deutschland vorherrschenden (Miss-)Verständnisses sowie der Haltungen zum Thema Altersvorsorge und den Konsequenzen im Hinblick auf das vorsorgebezogene Verhalten gewonnen werden. Zugleich wird beabsichtigt, evidenzbasierte und zielgenaue sozial- und bildungspolitische Handlungsempfehlungen zu formulieren. Damit will das Projekt einen Beitrag zu aktuellen sozialpolitischen Fragestellungen leisten, die die Reformnotwendigkeit und -fähigkeit der sozialen Sicherungssysteme (hier insbesondere der Altersvorsorge) betreffen und darüber hinaus gehende individuelle Folgen umfassen.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Carmela Aprea (Universität Mannheim)

Laufzeit 2019-2023

WOM – Weltoffen miteinander arbeiten in Thüringen. Maßnahmen zur Steigerung der personalpolitischen Zukunftsfähigkeit Thüringer Unternehmen (Prof. Dr. Übelmesser) Eintrag erweitern

Gefördert durch den Freistaat Thüringen und den Europäischen Sozialfonds

Silke Übelmesser, Tina Haußen, Patrick Bareinz
gemeinsam mit Sebastian Henn, Jürgen Bolten und Weiteren

The economic situation of Thuringia is characterized by a continuously rising skill shortage. In order to overcome this, foreign skilled workers will become more and more important as endogenous labor-market potentials are mostly exhausted. This presents a large challenge given the increasing ressentiments against foreigners in the local population. Currently, about one third of Thuringians fears to be overwhelmed by immigrants despite the relatively small number of foreigners living in Thuringia. These negative feelings can be expected to hold vis-à-vis foreign skilled workers as well. The unresolved contradiction between the large demand for foreign skilled workers on the one hand and the ressentiments against them on the other hand might hurt the economic outlook of Thuringian companies in the medium- and long-term.

Against this background, the project aims at identifying the underlying reasons and at designingmeasures to overcome these ressentiments. This comprises (a) a detailed empirical analysis of the regional- and actor-specific attitudes and (b) concrete measures in and with Thuringian companies (introduction of onboarding-structures, intercultural diversity trainings, etc.), which will be accompanied by a media campaign.

Laufzeit 2019 - 2022