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Aktuelle Drittmittelprojekte

Woran forschen wir? Auf dieser Seite wird eine Übersicht über die aktuellen Drittmittelprojekte der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gegeben.
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Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)
  • Altersvorsorgeplanung mit der digitalen Rentenübersicht – empirische Evaluierung (ADiREE) (Prof. Dr. Übelmesser)

    Finanziert von: Bundesministerium für Arbeits und Soziales (BMAS)

    Digitale Renteninformationen über künftige Rentenansprüche bieten ein großes Potential für die Altersvorsorgeplanung. Vor dem Hintergrund großer demographischer Veränderungen ist eine vorausschauende und evidenzbasierte Planung für Einzelne wie auch für politische Entscheidungsträger*innen wichtig. Das zentrale Ziel des Projektes ist es, empirische Evidenz dafür zu liefern, wie sich die Bereitstellung der digitalen Renteninformation (digiRÜ) auf die Altersvorsorgeplanung auswirkt.

    Dafür werden im Rahmen einer umfangreichen, mehrstufigen Onlinebefragung Personen in Deutschland zur Nutzung der digiRÜ incentiviert. Als Teil eines randomisierten Experiments werden Teilnehmende der Befragungen in Gruppen eingeteilt, die die digiRÜ nutzen sollen oder nicht. Durch den Vergleich der Gruppen kann der kausale Effekt der digiRÜ auf das Altersvorsorgeverhalten bestimmt werden. Die wiederholte Befragung macht kurz- und mittelfristige Verhaltenswirkungen messbar.

    Das Projekt hat zum Ziel, die folgenden Forschungsfragen zu beantworten:

    (1) Wie verändert die digiRÜ Erwartungen über das künftige Alterseinkommen und die Altersvorsorgeplanung Einzelner? Werden Rentenlücken erkannt? (Wie) werden sie geschlossen?

    (2) Welches Potential bieten die Daten der digiRÜ (in aggregierter Form) für das Monitoring der Altersvorsorge durch sozialstaatliche Akteure?

    (3) Welche Gruppenunterschiede und vulnerable Gruppen können identifiziert werden? Welches Potential bietet die digiRÜ für ihre Unterstützung?

    Zusammen mit Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen, Universität Mannheim und Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Prof. Dr. Holger Stichnoth, Universität Straßburg und ZEW, Dr. Mathias Dolls, ifo Institut München.

    Laufzeit: 2025-2027

  • Bleiben oder gehen? Individuelle und institutionelle Determinanten der Erwerbstätigkeit im Alter aus der Sicht von Arbeitnehmern und Arbeitgebern (Prof. Dr. Übelmesser)

    Finanziert von: Forschungsnetzwerk Alterssicherung (FNA)

    Das Projekt untersucht aus Sicht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, welche Faktoren beeinflussen, dass rentennahe Arbeitnehmer weiterarbeiten oder (vorzeitig) in Rente gehen. Wir berücksichtigen monetäre und nicht-monetäre Anreize ebenso wie individuelle Gegebenheiten. Der Abgleich der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite liefert wichtige Erkenntnisse, wie das effektive Renteneintrittsalter erhöht werden kann.

    Die Alterung der Gesellschaft und insbesondere der bevorstehende Renteneintritt der Babyboomer-Generation stellt eine große Herausforderung dar. Neben dem zunehmenden Arbeitskräftemangel hat diese Entwicklung große Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung. Daher ist es wichtig, kurz- bis mittelfristige Handlungsoptionen aufzuzeigen. Eine zentrale Stellschraube ist das Alter, ab dem Beschäftigte dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Durch die Inanspruchnahme von Altersteilzeit, Abfindungsmodellen oder der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte scheiden viele Beschäftigte noch vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze aus dem Erwerbsleben aus. Ein späterer Renteneintritt, insbesondere der Babyboomer, könnte kurzfristig zu einer gewissen Entlastung der gesetzlichen Rentenversicherung führen. Im Mittelpunkt dieses Antrags steht die Frage, wie das effektive Renteneintrittsalter erhöht werden kann. Wir betrachten diese Frage aus Arbeitnehmer- und Arbeitgeberperspektive. Die bestehende Literatur zeigt, dass Arbeitsplatzcharakteristika, institutionelle Rahmenbedingungen und individuelle Faktoren von Bedeutung sind. Mit Hilfe von Interviews und experimentellen Umfragen unter (rentennahen) Arbeitnehmern und Arbeitgebern soll untersucht werden, welche Faktoren unter der Berücksichtigung von Trade-Offs auf der Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberseite für einen längeren Verbleib im Erwerbsleben zentral sind. Zudem sollen Zahlungsbereitschaften für zentrale Jobcharakteristika bestimmt werden und wie diese durch institutionelle Rahmenbedingungen (z.B. zusätzliche Rentenpunkte) beeinflusst werden. Durch die Berücksichtigung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite können Faktoren bestimmt werden, die von Arbeitnehmerseite gewünscht werden und aus Arbeitgebersicht möglich erscheinen. Eine Fokussierung auf diese Faktoren stellt eine erfolgsversprechende Strategie dar, um in der kurzen und mittleren Frist den demografisch bedingten

    Zusammen mit Prof. Dr. Sarah Necker, ifo Institut und Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg

    Laufzeit: 2024-2027

  • Eigentum an Hochschulen (Prof. Dr. Geppert)

    Finanziert von der DFG

    Teilprojekt im Rahmen des SFB-Transregio 294, mit dem Titel "Strukturwandel des Eigentums"

    Seit gut 25 Jahren wird über „akademischen Kapitalismus“ diskutiert. Dennoch sind Hochschulen in vielen Ländern öffentliche, staatlich (oder philanthropisch) subventionierte Einrichtungen geblieben. Allerdings haben auch an öffentlichen und nicht profitorientierten Hochschulen strategische Neuausrichtungen stattgefunden, die die Eigentumsverhältnisse verändern. So wurde vielerorts die Autonomie in der Bewirtschaftung universitärer Ressourcen erhöht. Vermögen und Personalbudgets werden in vielen Hochschulsystemen zunehmend nach privatwirtschaftlichen Mustern verwaltet, die Einnahmen durch Studiengebühren und die Verwertung von Forschungsergebnissen werden gesteigert, und staatliche Gelder werden vermehrt wettbewerbsbasiert vergeben. Daraus ergibt sich die Frage, wem mittlerweile die Einrichtungen und das akademisch hervorgebrachte Wissen gehören. Zugleich bleibt zu klären, ob unterschiedliche akademische Eigentumsformen funktional äquivalente Rollen spielen – wenn etwa in einigen Ländern staatliche Trägerschaft von Hochschulen dominiert, während sie sich in anderen überwiegend durch z.T. staatlich subventionierte Studiengebühren finanzieren. Somit bleibt offen, ob sich mit unterschiedlichen nationalen Strategien divergente Wissens-kapitalistische Ordnungen entwickeln. Unser Teilprojekt wird diese Fragen anhand von Datenanalysen, Rekonstruktionen institutionellen Wandels und Fallstudien in drei institutionell heterogenen Hochschulsystemen untersuchen: im wesentlich öffentlich finanzierten und gestalteten System Deutschlands, im operativ stark privatisierten, aber weiterhin öffentlich (quer-)finanzierten Hochschulen des Vereinigten Königreichs und im brasilianischen System, in dem Hochschulen mehrheitlich privat betrieben werden und zu einem größeren Teil auch profitorientiert wirtschaften.

    Durch die Zusammenführung ökonomischer und soziologischer Expertise planen wir, den institutionelle Wandel des ‚akademischen Kapitalismus‘, jenseits bloßer Diskurse und Instrumente, vergleichend zu untersuchen. Im Teilprojekt werden bisherige Forschungen zu geistigem Eigentum (Reitz) und Eigentum an Organisationen öffentlichen Interesses (Geppert) fortgeführt, um auch über den Themenbereich Hochschule hinaus wesentliche theoretische Einsichten zum Strukturwandel des Eigentums zu generieren.

    Zentral ist hier, dass die Güter, auf die Hochschulen spezialisiert sind, sich stark von typischen Gütern des Industriekapitalismus unterscheiden. Wissen ist in mehrfachem Sinn ein öffentliches Gut. Es ist (zunächst) ein nicht knappes Gut, weil es im Gebrauch nicht aufgebraucht wird und nur schwer exklusiv gehalten werden kann. Vielerorts gilt auch die Lehre, selbst wenn sie nicht kostenfrei reproduzierbar ist, vornehmlich als öffentliche Aufgabe. Dieser Teil akademischer Arbeit ist im Gegenteil kaum rationalisierbar, weil irreduzibel zeitintensiv; Versuche der Automatisierung führen zu Qualitäts- und Leistungsverlust. Eine leitende Annahme des Projekts ist, dass diese Spezifika einerseits viele der Kostenprobleme aufwerfen, auf die akademischer Eigentumswandel antwortet, von New Public Management bis zur Öffnung für private Investoren. Andererseits zeigen sich bei der Umsetzung klare Grenzen: Mit nicht knappen Gütern sowie nicht rationalisierbaren Leistungen ist nur begrenzt Profit zu machen. Wir werden uns im Projekt weniger auf die neuen Regeln und Medien innerakademischer Wettbewerbe wie Publikationsmetriken, Projektfinanzierung, Zielvereinbarungen, Assessments und Rankings konzentrieren, da diese bereits gut beforscht sind. Stattdessen interessieren uns die realwirtschaftlichen Bedingungen und Effekte akademischer Eigentumsverhältnisse.

    Anhand ausgewählter Hochschulen in den Beispielländern untersucht unser Teilprojekt drei Dimensionen dieses Puzzles:

    1. Wem gehört die Hochschule, was gehört der Hochschule?
    2. Wem gehören akademische Forschungsergebnisse?
    3. Wann, wie und mit welchen Folgen werden Lehre und Abschlüsse zur Ware?

    Bei Frage 1 geht es besonders darum, inwiefern es einen eindeutigen Trend zu mehr hochschulischem Privateigentum gibt und wo ggf. seine Ursachen und Grenzen liegen. Frage 2 ermöglicht es, die komplexe Beziehung zwischen den Gewinnstrategien von Hochschulen bzw. Forschenden und industriepolitischer Forschungsförderung zu analysieren. Mit Frage 3 beleuchten wir, unter welchen Bedingungen sich das Angebot teurer Studiengänge, deren Abschluss wiederum wirtschaftliche Vorteile verspricht, als Geschäftsmodell durchsetzt, und was die sozialstrukturellen Folgen sind.

    Gemeinsam mit Tilman Reitz, Institut für Soziologie

    Laufzeit: 2025 bis 2028

  • ESG-Driven Innovation (Prof. Dr. Menter)

    Das Forschungsprojekt „ESG-Driven Innovation“ untersucht, wie die strategische Ausrichtung auf Ziele in den Bereichen Environmental, Social and Governance (ESG) Innovationsprozesse, Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Wertschöpfung von Unternehmen beeinflusst. Getrieben durch gesellschaftliche Erwartungen, regulatorische Vorgaben und neue Marktchancen richten immer mehr Unternehmen ihre Strategien an ESG-Kriterien aus.

    ESG umfasst ökologische Aspekte (z.B. CO2-Reduktion), soziale Faktoren (z.B. Arbeitsstandards, Diversität) sowie Fragen guter Unternehmensführung (z.B. Transparenz, Compliance). Diese ganzheitliche Perspektive gewinnt zunehmend an Bedeutung – sowohl als strategischer Orientierungsrahmen für Unternehmen als auch für Investoren und politische Entscheidungsträger.

    Im Mittelpunkt des Projekts steht die Analyse, wie ESG-orientierte Unternehmensstrategien Innovationsentscheidungen prägen, sich in Patentportfolien widerspiegeln und die Gestaltung von Geschäftsmodellen beeinflussen. Untersucht wird, welche Mechanismen und Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass ESG-Ziele als Impulsgeber für neue Technologien und Produkte wirken oder bestehende Innovationspfade verändern. Dadurch soll ein vertieftes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Nachhaltigkeitsorientierung, Innovationsdynamik und unternehmerischer Wettbewerbsfähigkeit entstehen.

    Ziel ist es, zu zeigen, wie ESG-orientierte Innovationsaktivitäten – etwa in der Produktentwicklung oder im Technologiemanagement – die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen und Innovationsstrategien fördern und so den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft unterstützen.

    Förderer: Dennemeyer & Co. Sarl
    Laufzeit: 2025 - 2028

  • Hochschulen im multiplen Wettbewerb: Veränderungen in Stellenausschreibungen für Professuren 1990 bis 2020 (Prof. Dr. Walgenbach)

    Gefördert von der DFG

    Ziel des Projektes ist es, die Auswirkungen des multiplen Wettbewerbs im Hochschulsystem vor dem Hintergrund seiner zunehmenden Internationalisierung zu analysieren. Dazu sollen Veränderungen in Stellenausschreibungen für Professuren in den Blick genommen werden. Bei der strategischen Positionierung von Hochschulen im multiplen Wettbewerb kommt der Besetzung von Professuren eine entscheidende Rolle zu. Es ist anzunehmen, dass die Anforderungen der verschiedenen Wettbewerbe, in denen sich Hochschulen befinden, sich in Stellenausschreibungen für Professuren wiederfinden. Empirisch fokussiert das Forschungsprojekt auf die Analyse von Stellenausschreibungen für Professuren unterschiedlicher Disziplinen an deutschen Hochschulen zwischen 1990 bis 2020. Basierend auf einer detaillierten Inhaltsanalyse dieser Stellenausschreibungen zielt das Forschungsprojekt darauf ab zu zeigen, wie sich verschiedene Wettbewerbe im Hochschulsystem und insbesondere die zunehmende Internationalität dieser Wettbewerbe über die Zeit in Stellenausschreibungen niederschlagen. Weiterhin sollen die in den Stellenausschreibungen unterschiedlicher Disziplinen und Hochschultypen auftretende Angleichung sowie die beobachtbare Variation mithilfe verschiedener Kontextfaktoren erklärt werden. Methodisch werden sowohl qualitative als auch quantitative Verfahren genutzt. Theoretisch basiert das Projekt auf institutionalistischen Theorien, insbesondere auf Argumenten des Neo-Institutionalismus (mit besonderem Bezug zur Weltgesellschaftstheorie und Glokalisierungsperspektive), sowie der Imprinting-Theorie. Im Ergebnis werden Beiträge für die Forschung zu multiplen Wettbewerben im Hochschulsystem, zur strategischen Positionierung von Hochschulen und zu institutionalistischen Organisationstheorien erwartet.

    Projektleiter: Prof. Dr. Peter Walgenbach
    Projektbearbeiterin: Lisa-Maria Gerhardt

    Projektlaufzeit: 2024 – 2027

  • Inklusion vor Ort (IvO) (Prof. Dr. Frehe-Halliwell)

    Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSJF)

    Der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf stellt speziell für Jugendliche mit besonderen Unterstützungsbedarfen eine große Herausforderung dar. Zwar existiert inzwischen eine Vielzahl wissenschaftlich fundierter und praxiserprobter Bildungsinnovationen zur Förderung von Inklusion, doch wie diese erfolgreich in den Unterrichtsalltag integriert und dort langfristig wirksam verankert werden können, bleibt eine zentrale Aufgabe. Dieser widmet sich das neue Forschungsprojekt „Inklusion vor Ort“ (IvO). Es knüpft an die erfolgreichen Ergebnisse des Vorgängerprojekts „Selbstinszenierungspraktiken als Zugang zu einer selbstbestimmten, multimodalen Kompetenzfeststellung für (aus-)bildungsbenachteiligte Jugendliche“ – kurz SeiP – an, das durch das BMBFSJF (damals BMBF) gefördert wurde.

    Damit gelingt dem Forschungsverbund der wirtschafts- und berufspädagogischen Professuren der Universitäten Jena, Paderborn und Rostock eine kontinuierliche Drittmittelförderung im Themenfeld „Inklusion in der Berufsbildung“. Das neue Projekt „Inklusion vor Ort“ (IvO) wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSJF) mit rund 790.000 Euro gefördert. Der Startschuss fiel bereits am 1. April 2026; die Laufzeit beträgt drei Jahre.

    Der Standort Jena übernimmt dabei eine zentrale wissenschaftliche Rolle. Unter der Leitung von Prof. Frehe-Halliwell bringt die Friedrich-Schiller-Universität ihre langjährige Expertise im Bereich inklusiver Berufsbildung, partizipativer Entwicklungsprozesse und subjektorientierter Didaktik in das Projekt ein. Ausgehend von ersten Pilot-Studien in Nordrhein-Westfalen sollen Erprobungen auch in Thüringen erfolgen und Eingang in die Lehrerbildung finden.

    Mit IvO setzen die beteiligten Hochschulen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und schaffen neue Impulse für eine inklusive und stärkenorientierte Berufsbildung.

  • InnoManager (Prof. Dr. Pigorsch)

    Förderprogramm des Freistaats Thüringen zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation (FTI)

    Im Projekt InnoManager entwickelt ein Verbund aus der INNOMAN GmbH, der TecArt GmbH und der Professur für Wirtschafts- und Sozialstatistik eine KI-gestützte Plattform, die Unternehmen dabei unterstützen soll, Innovationsideen systematisch weiterzuentwickeln und besser zu bewerten. Ziel ist es, aus ersten Projektideen schneller tragfähige Konzepte zu machen und Unternehmen - insbesondere kleine und mittlere Unternehmen - bei wichtigen Innovationsentscheidungen zu entlasten. Die Professur für Wirtschafts- und Sozialstatistik bringt dabei ihre Expertise in Künstlicher Intelligenz, Datenanalyse und der wissenschaftlichen Bewertung komplexer Systeme ein. Gemeinsam mit den Projektpartnern soll eine Lösung entstehen, die verschiedene Informationsquellen zusammenführt, Hinweise auf Chancen und Risiken gibt und zugleich hohen Wert auf Datenschutz und Vertraulichkeit legt. Am Ende steht ein praxistauglicher Prototyp, der Innovationsprozesse verständlicher, strukturierter und effizienter machen soll.

    Projektlaufzeit: 2026-2027

  • Internationale Dimensionen des multiplen Wettbewerbs: Deutsche Hochschulen im internationalen Vergleich (Prof. Dr. Cantner)

    Gefördert von der DFG

    Die schwach ausgeprägte Wettbewerbsdynamik im deutschen Universitätssektor und die sich wenig verändernden Strukturen sowie Positionierungen der Universitäten im Wettbewerb stellen den Ausgangspunkt für das Forschungsprogramm der zweiten Projektphase dar. Um die Ursachen dieser nur schwach ausgeprägten Wettbewerbspositionierung und -dynamik zu analysieren, wird die Forschungsperspektive auf internationale Aspekte erweitert: flexiblere Wettbewerbselemente, wie etwa internationale Studierende oder Studiengebühren, ein Vergleich mit anderen Hochschulsystemen mit Blick auf institutionelle Unterschiede, sowie die Positionierung und Dynamik deutscher Universitäten im multiplen internationalen Hochschulwettbewerb. Die Wettbewerbspositionierung, die Wettbewerbsdynamik und die daraus entstehenden Folgewirkungen sowie der methodische Zugang der ersten Phase verbleiben dabei im Analysefokus.

    Laufzeit: 2024-2027

  • KiKo - Systematische Erfassung und Analyse des aktuellen Standes der KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen anhand von Unternehmenswebseitentexte (Prof. Dr. Cantner)

    Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, den aktuellen Stand der KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen systematisch zu erfassen und zu analysieren. Dabei wird eine Differenzierung nach verschiedenen KI-Technologien und Anwendungsbereichen vorgenommen, um ein detailliertes Bild der räumlichen Verteilung dieser Kompetenzen zu erstellen. Im Rahmen dieses Projekts sollen öffentlich zugängliche Texte von Unternehmenswebseiten ausgewertet werden, da diese eine differenzierte Darstellung der KI-Nutzung auf Unternehmensebene ermöglichen. Durch die Analyse unterschiedlicher Technologien und Anwendungsbereiche können zudem Rückschlüsse auf mögliche Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen gezogen werden. Gleichzeitig erlaubt die Datenbasis eine Darstellung der zeitlichen Entwicklung der KI-Nutzung über mindestens fünf Jahre. Auf Grundlage dieser Untersuchungen sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

    • Wie sind unternehmensbezogene KI-Kompetenzen in Deutschland räumlich verteilt?
    • Wie haben sich die KI-Kompetenzen von Unternehmen über die Zeit entwickelt?

    Technisch soll hierbei die Datenbank „CommonCrawl“ genutzt werden, in der Webseitentexte archiviert werden. Auf Basis der Texte auf Unternehmenswebseiten sollen die unternehmerischen KI-Kompetenzen anhand von Schlüsselwörtern und deren Einbettung identifiziert werden. Ein Nebennutzen dieses Projektes ist somit die Generierung eines systematischen Datensatzes von Unternehmenswebsite-Texten, die für weitere Analysen, unabhängig von der KI-Thematik, verwendet werden können.

  • Management des Trade-offs zwischen Materialverbrauch, Performanz und Versandgebühren durch optimierten Einsatz von E-Commerce Packmachinen (OptiPack) (Prof. Dr. Boysen)

    Antragsteller Professor Dr. Nils BoysenExterner LinkProfessor Dr. Dirk BriskornExterner Link
    Förderzeitraum 2025 bis 2028
    Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569727205

    Die Erfolgsgeschichte des Online-Handels wird begleitet von einem signifikanten Anstieg der Verpackungsabfälle. Das OptiPack-Projekt zielt darauf ab, den Verpackungsmüll durch die Optimierung von Einrichtung und Betrieb automatisierter Verpackungsmaschinen im E-Commerce zu reduzieren. Verpackungsmaschinen, die bis zu 1.000 Produkte pro Stunde verarbeiten können, falten einen Strang Kartonmaterial über das jeweilige Produkt, schneiden den Strang ab, versiegeln und etikettieren das Paket und leiten es abschließend in den Versandbereich weiter. Verpackungsmaschinen (und deren Einsatz) sind mit einem komplexen Zielkonflikt verbunden. Die meisten Verpackungsmaschinen halten mehrere Kartonstränge unterschiedlicher Breite vor, um den Verpackungsabfall für unterschiedlich große Produkte zu reduzieren. Je mehr alternative Kartonbreiten verfügbar sind, desto geringer ist der Verpackungsabfall. Ebenso ermöglichen mehr Kartonbreiten kleinere Pakete und damit geringere Versandkosten. Auf der anderen Seite stehen der Maschinendurchsatz und die Investitionskosten. Mehr Kartonstränge in einer Maschine erhöhen die Anzahl der (vollautomatischen) Umrüstvorgänge, die zwar kurz sind, sich über den Tag aber zu erheblichen Rüstzeiten aufaddieren. Schließlich verursachen aufwendigere Maschinen mit zusätzlichen Kartonsträngen höhere Investitionskosten. Um geeignete Entscheidungsunterstützung zu leisten, definiert und analysiert das OptiPack-Projekt die folgenden mit dem Einsatz von Verpackungsmaschinen verbundenen Entscheidungsprobleme und entwickelt intelligente Optimierungsalgorithmen zu deren Lösung: Wesentliche langfristige Entscheidungen betreffen die Auswahl einer geeigneten Anzahl an Kartonsträngen und die Festlegung der Breite jedes Stranges. Im laufenden Betrieb gibt es die Möglichkeit, den Zufluss der Produkte auf dem Zuführband der Verpackungsmaschine zu verändern, was ein wesentlicher Stellhebel zur Reduktion von Umrüstvorgängen ist. Außerdem kann technisches Gerät die Ausrichtung der Produkte auf dem Zuführband drehen, was wiederum Auswirkungen auf Abfall, Versandkosten und Durchsatz hat. Das OptiPack-Projekt will diese Entscheidungsprobleme (und deren vielfältige Wechselwirkungen) für verschiedene Arten von Verpackungsmaschinen mit intelligenten Algorithmen unterstützen. Nutzern von Verpackungsmaschinen ermöglichen wir damit, ihren Verpackungsmüll zu reduzieren, ohne Versandkosten, Maschinendurchsatz und Investitionskosten zu vernachlässigen.