Internethandel

Starke Forschungsleistung der BWL in Jena

Prof. Dr. Nils Boysen belegt im Ranking der WirtschaftsWoche Platz 2 unter den besten Betriebswirtschaftlern im deutschsprachigen Raum

Meldung vom: 01. Februar 2019, 07:00 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien | Zur Original-Meldung

Prof. Dr Nils Boysen Prof. Dr Nils Boysen
Foto: Anne Günther / FSU

Der Betriebswirtschaftler Prof. Dr. Nils Boysen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) belegt im aktuellen Ranking der "WirtschaftsWoche" den zweiten Platz. Grundlage des Rankings waren wissenschaftliche Beiträge der letzten fünf Jahre in Fachzeitschriften, die je nach Reputation des Journals gewichtet wurden. Boysens Kollege Prof. Dr. Gianfranco Walsh kam auf Platz 19; insgesamt wurde die Forschung von gut 2.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem deutschsprachigen Raum für das Ranking unter die Lupe genommen.

Rang 2 für Jenas Forschungsleistung pro Professor

"Natürlich freue ich mich über die Platzierung, obwohl man so ein Ranking nicht überbewer­ten darf", sagt Nils Boysen. Prinzipiell sei ein solches Ranking nur eine Momentaufnahme – und lasse andere wichtige Aufgaben eines Professors außen vor. Das Beste am Ranking sei die Aufmerksamkeit für die Wirtschaftswissenschaften der FSU. Im Universitätsranking erreicht die Betriebswirtschaftslehre (BWL) in Jena Rang 21 unter den deutschsprachigen Universitäten. "Setzt man die Forschungsleistung aber in Relation zur Größe, stehen wir noch viel weiter vorne", sagt Prof. Boysen. Tatsächlich arbeiten beim Ranking-Sieger St. Gallen 69 Professoren, in Jena sind es gerade mal acht. Die Forschungsleistung pro Professor ist in Jena aber viel höher als in St. Gallen; unter allen gerankten Universitäten belegt Jena in dieser Rubrik sogar Rang 2.

Geschäftsprozesse von Unternehmen verbessern

Das Fachgebiet von Nils Boysen ist das Operations Management. Dabei geht es darum, mit Optimierungsalgorithmen die Geschäftsprozesse von Unternehmen zu verbessern. Sein Hauptaugenmerk liegt auf den Logistikprozessen im E-Commerce: "Das beginnt mit der Frage, wie Online-Händler wie Amazon und Zalando ihre Lagerhäuser organisieren sollen, um die Kundenbestellungen so schnell wie möglich zu kommissionieren." Auch die Auslieferung der Pakete auf der sogenannten letzten Meile wird untersucht: "Operations Management ist derzeit spannender denn je. Neue Technologien wie autonomes Fahren oder Drohnen zur Paketauslieferung stellen gerade sämtliche Logistikprozesse in Frage", sagt Boysen. Auch Big Data trägt seinen Teil dazu bei: "Die Vielzahl an Daten, die laufend etwa durch die GPS-Ortung der Fahrzeuge anfallen, liefern uns die Grundlage für unsere Optimierungsalgo­rithmen."

Der optimale Weg des Pakets zur Kundschaft

Die aktive Forschung an der Universität Jena hat auch Vorteile für die Studierenden: "Da wir im Vergleich zu den westdeutschen Massenuniversitäten eine kleine Fakultät sind, ist es möglich, Studierende frühzeitig in die Forschung einzubinden", so Boysen. Die Studierenden müssen dann ihre eigenen Optimierungsverfahren programmieren. So versucht Prof. Boysen mit seiner Forschergruppe gerade herauszubekommen, wie man in der Zukunft am besten die Auslieferung von Paketen organisieren sollte: "Ob Drohne oder Paketstation, erst wenn man die Auslieferung auf Grundlage der jeweiligen Technik optimiert hat, kann man Kosten und Umweltbelastung detailliert prognostizieren", sagt Boysen und ist sich sicher: welche Technik auch immer sich durchsetzen wird, an Prozessen, die es zu optimieren gilt, wird es nicht mangeln. 

Zum Ranking der WirtschaftsWoche:
Die Zeitung beauftragte ein Forschungsinstitut der Eidgenössischen Technischen Hoch­schule Zürich und Wissenschaftler vom Düsseldorfer Institute for Competition Economics mit dem Ranking. In die Wertung flossen Beiträge aus etwa 860 wissenschaftlichen Jour­nalen ein, die je nach Reputation der Zeitschrift gewichtet wurden. Waren mehrere Autoren beteiligt, wurden die Punkte geteilt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Fähig­keiten in der Lehre oder bei der Betreuung von Doktoranden nicht berücksichtigt wurden.

Kontakt:

Prof. Dr. Nils Boysen
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-43100
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