Dr. Martin Kalthaus tritt einen Forschungsaufenthalt als SCANCOR Postdoc Fellow in Stanford an.

Universität Jena baut Kontakte nach Stanford aus

Wirtschaftswissenschaftler Dr. Martin Kalthaus startet zu einem Gastaufenthalt an der kalifornischen Elite-Universität
Dr. Martin Kalthaus tritt einen Forschungsaufenthalt als SCANCOR Postdoc Fellow in Stanford an.
Foto: Anne Günther/FSU

Meldung vom: 19. August 2019, 11:25 Uhr | Verfasser/in: Ute Schönfelder | Zur Original-Meldung

 

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist seit kurzem assoziiertes Mitglied des Wissenschaftsnetzwerks SCANCOR. Das „Scandinavian Consortium for Organizational Research“, kurz SCANCOR, ist ein Zusammenschluss skandinavischer Universitäten, die an der renommierten Standford University in den USA eine Außenstelle unterhalten. Dort treffen sich regelmäßig Forschende aus der Organisationswissenschaft und diskutieren ihre neuesten Ergebnisse.

Ab 1. September nutzt der Ökonom Dr. Martin Kalthaus als erster Jenaer Wissenschaftler die Möglichkeit der neuen Kooperation und reist im Rahmen des SCANCOR-Netzwerks nach Stanford. Der 34-Jährige, der am Lehrstuhl für Mikroökonomik der Universität Jena an seiner Habilitation arbeitet, tritt einen Forschungsaufenthalt als SCANCOR Postdoc Fellow an. Mit ihm werden etwa zehn weitere Forschende aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der SCANCOR Mitgliedshochschulen in der kalifornischen Elite-Universität zusammenkommen, um sich mit den dort ansässigen Experten der Organisationswissenschaft auszutauschen.

Martin Kalthaus sieht das als große Chance. „Viele der grundlegenden Forschungsarbeiten in meinem Fachgebiet stammen aus dem SCANCOR“, sagt er. Von den Gesprächen mit der Elite der Organisationswissenschaft verspreche er sich vielfältige Impulse für seine eigene Arbeit. „Außerdem möchte ich Kooperationen und gemeinsame Forschungsarbeiten anstoßen.“

Wie aus Ideen neue Produkte werden

Kalthaus befasst sich mit innovationsökonomischen Fragestellungen, insbesondere zu Generierung und Austausch von Wissen in ökonomischen und sozialen Netzwerken – mit der Organisationswissenschaft, einer Disziplin, die das Funktionieren ökonomischer und sozialer Systeme untersucht, gebe es viele Berührungspunkte. „Ganz allgemein versuche ich in meiner Arbeit zu verstehen, wie neues Wissen entsteht und wie aus neuem Wissen neue Produkte oder Dienstleistungen werden. Und was die Politik tun kann, um diese Prozesse effizient zu unterstützen.“ In seiner Doktorarbeit hat er dies am Beispiel von Technologien zur Energiegewinnung aus regenerativen Ressourcen untersucht. Für seine Habilitationsschrift verfolgt er einen thematisch breiteren Ansatz, um das Zusammenspiel von Innovation und Nachhaltigkeit zu ergründen. Aktuell befasst sich Kalthaus etwa mit Themen wie Elektromobilität in China oder dem Zusammenhang von Innovationstätigkeit und Markterfolg in der Photovoltaik-Branche.

Das „Mekka der Organisationswissenschaft“

Dass Martin Kalthaus und künftig weitere Jenaer Wissenschaftler von einem Austausch im SCANCOR-Netzwerk profitieren können, ist der Initiative des Organisationswissenschaftlers Prof. Dr. Peter Walgenbach von der Universität Jena zu verdanken. Walgenbach, einst selbst als Postdoc für ein halbes Jahr in Stanford, hat mit weiteren Forschern aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft die Mitgliedschaft der Friedrich-Schiller-Universität in dem renommierten Konsortium angeregt und den Kontakt zum SCANCOR hergestellt. Er sieht das Netzwerk als eine zentrale Anlaufstelle für Organisationsforschende aus aller Welt und Denkfabrik für neue theoretische Konzepte und sozialwissenschaftliche Methoden. „Stanford gilt als das Mekka der Organisationswissenschaft. Führende Vertreterinnen und Vertreter dieser Fachrichtung sind seit den 1970er Jahren hier versammelt“, sagt Walgenbach. Der Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre/Organisation, Führung und Human Resource Management plant im Herbst ebenfalls zu einem kurzen Aufenthalt nach Stanford zu reisen.

Das Netzwerk SCANCOR

Das SCANCOR-Netzwerk besteht seit 1989 und verbindet Universitäten aus Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden. Neben den Mitgliedern aus Skandinavien gibt es lediglich vier nicht-skandinavische assoziierte Mitglieder dieses Konsortiums: eine davon ist die Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Zur Universität Stanford unterhält die Friedrich-Schiller-Universität darüber hinaus weitere wissenschaftliche Kontakte. Kooperationen bestehen bereits in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in der Physik. Perspektivisch sollen diese Kontakte weiter ausgebaut werden und in eine institutionalisierte Zusammenarbeit beider Universitäten münden. Jenas Universitätspräsident, Prof. Dr. Walter Rosenthal, der in dieser Woche an der Jahrestagung des German Academic International Network (GAIN) in San Francisco teilnimmt, wird seine Reise ebenfalls zu einem Besuch in Stanford nutzen.

Kontakt:

Dr. Martin Kalthaus
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-43205
Prof. Dr. Peter Walgenbach
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-43130
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