Prof. Dr. Uwe Cantner

Wie innovativ ist Deutschland?

Expertenkommission EFI übergibt Jahresgutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands an Bundeskanzlerin Merkel / Jenaer Innovationsexperte Prof. Dr. Uwe Cantner bringt seine Expertise ein
Prof. Dr. Uwe Cantner
Foto: Anne Günther/FSU

Meldung vom: 27. Februar 2019, 12:30 Uhr | Verfasser/in: Ute Schönfelder | Zur Original-Meldung

Expertenkommission für Forschung und Innovation Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat am 27. Februar 2019 ihr Jahresgutachten an Bundeskanzlerin Angela Merkel (4. v. r.) übergeben. Rechts im Bild: Prof. Dr. Uwe Cantner. Foto: David Ausserhofer

Die „Expertenkommission Forschung und Innovation“ (EFI) hat heute (27.02.19) ihr Jahresgutachten im Bundeskanzleramt in Berlin an Kanzlerin Angela Merkel übergeben. Dem sechsköpfigen Gremium gehört seit 2015 auch der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Uwe Cantner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena an. Aufgabe der EFI ist es, Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen Vergleich zu analysieren und zu bewerten.

"Unser diesjähriges Gutachten nimmt sich sowohl aktueller Themen an, etwa der Energiewende, der Digitalisierung der Hochschulen und der Künstlichen Intelligenz, begutachtet aber auch Dauerthemen des Innovationsgeschehens wie die Entwicklung von Startups, die Innovationspolitik sowie Förderstrukturen der Grundlagenforschung", berichtet Prof. Cantner. Der Professor für Mikroökonomie und Vizepräsident für wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung der Universität Jena hat seine Expertise vor allem in den Kapiteln zur Digitalen Hochschule und zur Energiewende in das aktuelle Gutachten eingebracht. Aus einer Stärken- und Schwächenanalyse hat das Expertengremium Handlungsempfehlungen für die Politik abgeleitet, die Wege für weitere positive Entwicklungen sowie für die Korrektur von Fehlentwicklungen weisen.

Digitalisierung der Forschung

Zum Thema Digitalisierung heißt es in dem Gutachten: "Die deutschen Hochschulen messen ihrer Digitalisierung einen sehr hohen Stellenwert bei." Zugleich konstatieren die EFI-Mitglieder aber auch, dass sich dieser hohe Stellenwert nicht im bisher erreichten Digitalisierungsstand der Hochschulen widerspiegelt. Es bestünden noch deutliche Entwicklungspotenziale für die weitere Digitalisierung, insbesondere in den Bereichen Lehre und Verwaltung. "Bei der Digitalisierung der Hochschulen trifft eine technisch komplexe Aufgabe auf unzureichend entwickelte Steuer- und Regelungsstrukturen", so Cantner. Die Hochschulen seien daher dringend gefordert, ihre Verwaltungen weiter zu modernisieren.

An die Adresse der Bildungs- und Hochschulpolitiker von Bund und Ländern richtet die Expertenkommission die Empfehlung, die Hochschulen mittels Einführung einer Digitalisierungspauschale zu unterstützen: Die Hochschulen sollten pro Studentin bzw. Student einen bestimmten Betrag zum Ausbau und Unterhalt ihrer digitalen Infrastruktur und Anwendungen sowie zum Ausbau ihrer digitalen Lehr- und Lernangebote erhalten. Außerdem sollten die Gewinnung von IT-Fachkräften erleichtert und die Hochschulen in der Entwicklung einer spezifischen Digitalisierungsstrategie unterstützt werden.

Erfolgreiche Energiewende nur mit Innovationen

Das EFI-Jahresgutachten stellt außerdem fest, dass "innovative Technologien und Geschäftsmodelle künftig einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende leisten können." Das Potenzial "schon vorhandener und neu entstehender Innovationen wird aber durch regulatorische Hürden und das Steuer- und Abgabensystem ausgebremst – insbesondere durch Energiesteuern und -abgaben, die sich bisher kaum am CO2-Gehalt der Energieträger orientieren." Für die aus Klimaschutzgründen dringend gebotene Energiewende zu einem CO2-freien Energiesystem müssten nicht nur konventionelle Kohle- und Gaskraftwerke durch erneuerbare Energien in der Stromerzeugung ersetzt werden. Vielmehr bestehe auch dringender Handlungsbedarf bei der Reduktion von CO2-Emissionen in weiteren Sektoren, die für zwei Drittel der klimaschädlichen Treibhausgas-emissionen in Deutschland verantwortlich seien: bei Gebäuden, im Verkehr und in der Industrie.

Information

Das EFI-Jahresgutachten 2019 sowie die Gutachten der vergangenen Jahre sind online verfügbar unter  https://www.e-fi.de/gutachten-und-studien/gutachten/.

Kontakt:

Prof. Dr. Uwe Cantner
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-43200
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